Klimawandel und Pflanzen

Wilfried Thuiller hat zusammen mit dem Südafrikanischen Institut für Artenvielfalt eine Studie durchgeführt, die sich mit den Pflanzenarten in den einzelnen Klimagebieten beschäftigt. Dabei stand auch die Frage im Raum, ob einzelne Pflanzenarten es schaffen könnten, der Verschiebung der Klimazonen zu folgen. Diese Frage wird sehr kontrovers diskutiert, da die unterschiedlichen Klimamodelle von verschiedenen Zeiträumen ausgehen, in denen sich der Klimawandel vollziehen wird.

Wenn die Pflanzen diesen Umzug nicht schaffen, wird es gerade in den höheren Lagen Europas zu einer drastischen Veränderung der heimischen Flora kommen, die dann erhebliche Veränderungen im Tierbestand nach sich ziehen wird. Man geht davon aus, dass bis zu 40 Prozent der Pflanzenarten in den nächsten 70 Jahren in den Bergregionen nicht mehr zu finden sein werden. Und dabei geht man nicht einmal von den ungünstigsten Prognosen der zahlreichen Klimamodelle, sondern von einem Durchschnittswert aus.

Die Europäische Kommission geht in ihren Annahmen davon aus, dass eine Erderwärmung von bis zu zwei Grad Celsius der Landwirtschaft zu gute käme und zumindest in Nordeuropa die Erträge dadurch erhöht werden könnten, wobei allerdings unberücksichtigt bleibt, dass dabei andere Regionen der Erde ihre Möglichkeiten zum Betreiben von Landwirtschaft vollständig verlieren würden. Das ist teilweise jetzt schon der Fall. Und Klimaveränderungen mit ihren Folgen müssen immer im globalen Zusammenhang betrachtet werden.